Trailrunning Bergpanorama am Ziel

Trailrunning-Interview

mit Lukas Leukert

Ein Berglauf-Profi packt aus

 

So schnell wie möglich den Berg hinauf und wieder hinunter. Kaum Gepäck mit dabei, und das am besten noch im Morgengrauen oder nach der Arbeit. Was ist dran am Trailrunning-Mythos? Für den Blog haben wir Lukas Fragen gestellt, die dir bestimmt schon unter den Nägeln brennen!

 

Lukas Leukert: Marktleiter Hervis Eugendorf & passionierter Trailrunner

 

Wenn man Lukas treffen möchte, sollte man sich entweder in der Hervis-Filiale Eugendorf umsehen … oder auf einen der Berge im südlichen Bayern und im Salzburger Land steigen! Der 24jährige Berchtesgadener ist seit mittlerweile neun Jahren bei Hervis und hat dort auch seine Lehre absolviert. Für den Hervis-Blog hat der leidenschaftliche Sportler ein paar Fragen zum Thema Trailrunning beantwortet, die dich bestimmt interessieren!

Seit wann machst du Trailrunning und wie hat das Ganze bei dir begonnen?

Angefangen hat alles vor etwa drei Jahren. Damals kam langsam der Trend auf, die Berge so schnell wie möglich zu erklimmen, also hinaufzulaufen. Ich habe mir das angeschaut, es ein paar Mal probiert und gemerkt, wie cool Trailrunning eigentlich ist. Zuerst habe ich auf meinem Hausberg geübt. Zu Beginn ist es schon sehr hart – man gibt ziemlich früh auf, weil man es einfach nicht gewohnt ist, so lange starke Steigungen zu laufen. Aber bei jedem weiteren Lauf hielt ich noch ein bisschen länger durch. Man sieht schon sehr schnell Erfolge und kann sich optimal mit sich selbst messen.

 

Was magst du so gern am Trailrunning?

Mir gefallen vor allem die neuen Herausforderungen. Jeder Berg ist anders, und natürlich ist ein Lauf auch abhängig von der Tagesform. Aber herausfordernd ist es eigentlich immer. Außerdem ist es super, gemeinsam mit anderen zu laufen, die auf demselben oder zumindest einem ähnlichen Niveau sind. Wie bei fast allem macht es in der Gruppe einfach mehr Spaß.

 

Bei mir hat sich der Spaß dann immer weiter gesteigert – bis zum Bergmarathon. Zuletzt war ich beim Zugspitz Ultratrail (80 Kilometer mit 3.500n Höhenmetern) und beim Gmundner Bergmarathon (60 Kilometer mit 4.500 Höhenmetern) am Start und bin stolz auf mein Ergebnis.

 

 

Was sind deine Tipps für Trailrunning-Anfänger?

Um das beantworten zu können, muss ich auf deine Frage vom Anfang zurückkommen: Nein, beim Trailrunning läuft man nicht immer – vor allem nicht auf Langdistanzen. Im Grunde lässt sich ein Lauf in drei Phasen einteilen:

 

  • Laufen – vor allem wenn das Gelände flach ist oder bergab geht
  • Gehen/Wandern – bei besonders steilen Abschnitten. Da nimmt man gerne Stöcke dazu, um die Kraft der Arme zu nützen.
  • Bergsprint – dann ohne Stöcke. Man stützt sich an den Oberschenkeln ab.

 

Meine Tipps an Einsteiger: Beim normalen Berglauf konzentriere dich auf die Vorderballen, lasse die Arme mitschwingen und lehne dich nach vorne. Das mag zunächst etwas ungewohnt sein, du kommst aber sehr schnell in den Bewegungsablauf hinein.

 

Meine drei Tipps für alle Wanderer oder Läufer, die sich ans Trailrunning wagen möchten:

  1. Wähle eine Strecke aus, die du kennst. Zum Beispiel einen Berg, den du schon öfters erwandert hast.
  2. Achte zuerst nicht auf die Geschwindigkeit, sondern versuche, so lange wie möglich zu laufen, in der Laufbewegung drin zu bleiben.
  3. Nimm Stöcke mit und gewöhne dich daran, sie zu nützen, um den Gipfel zu erreichen.

 

Gerade für Anfänger ist es wichtig, auf gutes Material zu vertrauen! Je nach Laufstil werden zwei Arten von Schuhen angeboten: Da wären die Speedhiking-Schuhe, die fester und schwerer sind. Und die „klassischen“ Trailrunning-Schuhe, die leicht sind (für Kurzdistanzen) und ein gutes Profil haben (für Langdistanzen).

 

 

Was war dein größter Anfängerfehler?

Vor allem bei Rennen habe ich anfangs zu früh zu schnell gestartet. Das sollte man – egal, ob Anfänger oder Profi – unbedingt vermeiden. Die Puste geht einem dann einfach zu schnell aus.

 

Ein Fehler ist auch, zwanghaft an jemandem dranbleiben zu wollen. Viel besser ist es, sein eigenes Tempo zu finden und dabei zu bleiben.

 

Was empfiehlst du fürs regelmäßige Training? Lieber einzeln oder in der Gruppe?

Klar macht Training in der Gruppe viel mehr Spaß als alleine. Aber wie oben schon erwähnt, solltest du unbedingt ganz bei dir und deinem Tempo bleiben und dich ab und zu innerhalb der Gruppe orientieren, damit ihr euch gegenseitig pushen könnt! Trainiert so, dass ihr noch gut miteinander reden könnt – hier gelten im Grunde dieselben Regeln wie beim Laufen.

Ich trainiere am liebsten zu zweit mit einem Freund, der auf demselben Niveau ist.

 

 

Wie geht’s dir neben der Saison, also im Winter?

Am Saisonende, also sobald Schnee auf den Gipfeln liegt, sattel ich auf Skitouren auf die Gletscher um. Die Bewegungen sind denen beim Trailrunning ähnlich. Man macht sich mit leichtem Material auf den Weg und fährt lässig die Pisten hinunter. Sobald die Berge dann wieder schneefrei sind – das ist meistens ab März oder April so weit–, geht’s wieder ohne Ski los.

 

Was ist deine liebste Trailrunning-Route in der Region?

Im Sommer kann ich den Hochstaufen in Bad Reichenhall empfehlen. Außerdem ist das Rossfeld zwischen Berchtesgaden und dem Salzburger Land bei Trailrunnern sehr beliebt und mittlerweile zum Klassiker geworden. Ein traumhaftes Panorama gibt’s am Zwölferhorn im Salzkammergut.

Für Skitouren im Winter ist der Jenner im Berchtesgadener Land ideal oder das Heutal in Unken.

 

Und jetzt du: Kennst du ein paar Trailrunning-Geheimtipps?

Hast du vielleicht noch ein paar Tipps in Sachen Material für uns?

Oberstes Prinzip beim Trailrunning ist eigentlich, so leicht wie möglich unterwegs zu sein. Daher empfehle ich einen kleinen Rucksack mit acht bis 12 Liter Fassungsvermögen – mehr braucht man eigentlich nicht. Immer mit dabei sollte ein Erste-Hilfe-Se€t sein und eine Decke. Außerdem kommt bei jedem Wetter eine Windjacke mit. Man weiß nie, wie das Wetter am Gipfel ist, und die Windjacke wiegt nur sehr wenig.

 

Denk an ausreichend Flüssigkeit, deine Stöcke und vielleicht auch ein Wechsel-Shirt oder Stirnband.

 

Wir bedanken uns bei Lukas für seine persönlichen Trailrunning-Tipps! Wer noch mehr wissen möchte, stellt seine Fragen einfach in der Hervis-Community!

Über den Autor:

Birgit ist süchtig nach Natur, Berge und Höhenluft. Kein Wunder, wenn die Mama Almhütten-Wirtin war und der Papa gerne Höhenmeter am Untersberg gesammelt hat. Sie selbst bezeichnet sich als wilde Allround-Sportlerin und probiert gerne alles mögliche aus: vom Klettern über Hochtouren bis hin zum E-Bike fahren und Spartan Race.

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