Back for good: Rollschuhe

Glück auf acht Rollen

Die österreichische Bloggerin „Pink Hornet Passions“ aus Linz wurde von uns auf eine wilde Entdeckungstour mit acht Rollen geschickt – natürlich stilecht in pink :). Wie es ihr mit den Rollschuhen von Roces ergangen ist, könnt ihr hier nachlesen.

Rollschuhe???

Zuerst dachte ich ehrlich gesagt, es wäre ein Junggesellinnenabschied, als ich da an einem der ersten warmen Tage an der Donau meine Laufrunde drehe und ein Grüppchen bunt gekleideter Mädels sehe, die tatsächlich Rollschuhe zuschnüren. Ja richtig, Rollschuhe, keine Inline Skates. Schon wieder so ein neuer Hochzeitstrend denke ich, und gerade will ich genervt die Augen verdrehen, da sehe ich, wie sie elegant losrollen. Und zwar so, dass man sofort sieht: die machen das nicht zum ersten Mal. Klar, ich hab schon mal was von Roller Derby und solchen Dingen gehört. Aber in Österreich?

Ein paar Wochen vergehen und ich spaziere eine Runde durch ein Shopping Center. Da sehe ich sie in der Auslage eines Skate Shops stehen: Rollschuhe. Schon wieder! In Neongrün, Rot und Giftgrün stehen sie vor mir und ich bin kurz versucht, reinzugehen und sie zu probieren. Ach nein, ist doch kindisch. Wann hatte ich noch mal das letzte Mal solche Dinger an den Füßen? Eben, mit 8.

Als wäre es ein Wink des Schicksals gewesen, bekomme ich wenige Tage später eine Anfrage von Hervis, ob ich denn eigentlich rollschuhfahren könnte. Ich überlege kurz. Nun ja, können. Klar, ich bin jahrelang mit Inline Skates viele Kilometer geflitzt, bis ich irgendwann kniebedingt auf mein geliebtes Rennrad umgestiegen bin. Leider bin ich von Natur her nicht unbedingt mit dem größten Talent gesegnet, was die Fortbewegung auf Kufen oder Rollen unter den Füßen anbelangt und habe mich deswegen von befahrenen Straßen ferngehalten. Aber ja – grundsätzlich kann ich‘s. Und halte wenige Tage später eine Schachtel mit -tatsächlich- Rollschuhen der Marke Roces in den Händen.

Was? Bedienungsanleitung?

In dieser Schachtel befinden sich nicht nur unglaublich hübsche pinke Rollschuhe im Converse-Look (inklusive pinken Rollen!), sondern auch eine Bedienungsanleitung. Ich bin etwas verwundert, allerdings fällt mir beim Überfliegen des Texts schnell wieder ein, woran ich gut 20 Jahre früher schon gescheitert bin: Rollen ist eine Sache. Bremsen ein ganz anderes Problem. Wie man dieses am besten löst, erklärt mir die mit Bildern unterlegte Bedienungsanleitung für den Stopper. So ganz traue ich dem Ganzen nicht, aber Probieren geht bekanntlich über Studieren. Also los geht‘s.

 

 

Keep rollin‘ Baby

Da ich noch in schmerzhafter Erinnerung habe, wie schnell unebener Untergrund zu einem Sturz führen kann, fällt meine Wahl fürs Testgelände auf eine glatte Asphaltsportanlage. Glücklicherweise ist dort an meinem Versuchstag außer mir und meinem lieben Freund Matthias, der sich netterweise als Fotograf und im Fall des Falles auch Sanitäter zur Verfügung stellt, auch keiner, der sich kaputtlachen kann. Die neunmalklugen Hinweise meines Bruders, ich solle doch bitte eine Schutzausrüstung tragen, ignoriere ich gekonnt, denn ein bisschen eitel bin ich ja dann doch und schließlich soll der Coolnessfaktor der Schuhe nicht ruiniert werden.

Ich schlüpfe also in die Schuhe und fühle mich sofort ein bisschen wie die Queen der Rollschuhdisco. Zumindest im Sitzen. Denn ich muss feststellen: Rollschuhfahren hat nichts, aber auch gar nichts mit Inline Skaten zu tun. Da sich die Rollen nicht in einer Linie, sondern in Paaren angeordnet mittig unter der Fußsohle befinden und auch noch wesentlich breiter sind, ist der Bewegungsablauf anders als bei Inlinern. Die ersten Schritte sind sehr zum Gaudium meines Begleiters noch recht hölzern und zaghaft. Besonders die Tatsache, dass ich keinen Bremsklotz hinten an der Ferse habe, bringt mich im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich aus dem Gleichgewicht – denn wenn man Skates gewohnt ist, verlagert man gern den Schwerpunkt ein wenig nach hinten. Auf Rollschuhen jedoch verliert man dann Ruck Zuck die Balance, sofern dann nicht ein starker Arm zum Festhalten in der Nähe ist (danke Matthias an dieser Stelle, dass du mich vor einer schmerzhaften Steißbeinprellung bewahrt hast).

Doch schon nach ein paar Minuten bekomme ich langsam Gefühl für die acht Rollen und die Sache fängt an richtig Spaß zu machen. Von Pirouetten bin ich zwar noch weit entfernt, aber die Schritte werden länger und die Abläufe flüssiger. Ich traue mich sogar an erste weite Kurven (das mit dem Übersteigen lassen wir lieber noch vorerst) und fühle mich immer sicherer. Bleibt nur noch ein Problem: wie zum Teufel soll ich bremsen? Ich versuche mir krampfhaft die Bedienungsanleitung in Erinnerung zu rufen. Keine Chance – die erste Bremsung endet in den Armen von Matthias, der sich glücklicherweise geistesgegenwärtig und todesmutig zwischen mich und das Ende der Asphaltbahn wirft. Für den Rest des Feldversuchs begnüge ich mich damit, rechtzeitig mit dem Ausrollen zu beginnen und hab trotzdem eine Menge Spaß, meine Runden unter der sicheren Brücke zu drehen.

Mein Fazit – Sommerspaß garantiert!

Auch wenn die ersten Schritte nicht so einfach sind, gewöhnt man sich schnell an das „andere“ Fahren, wenn man grundsätzlich Eislaufen oder Inline Skaten kann. Aufgrund der breiten Rollen empfiehlt es sich, sich Strecken zu suchen, die wirklich glatt asphaltiert sind, insbesondere, wenn man noch nicht so geübt ist. Ja und ich gebe auch zu, eine Schutzausrüstung für Knie, Ellbogen und besonders auch Handgelenke macht durchaus Sinn.

Auch der Fitnessfaktor ist nicht zu unterschätzen: die Bewegung trainiert die gesamte Bein- und Gesäßmuskulatur und schult gleichzeitig den Gleichgewichtssinn – und das bei jeder Menge Spaß. Ich persönlich würde wohl immer noch Inline Skates den Rollschuhen für richtig lange Strecken im Sinne von Ausdauertraining vorziehen. Für den gemütlichen Ausflug zur Eisdiele am See mit meinen Mädels werde ich zukünftig aber öfters zu meinen neuen pinken Lieblingen greifen – wenn ich dann mal das mit dem Bremsen ordentlich gelernt hab 😉

Über den Autor:

Birgit ist süchtig nach Natur, Berge und Höhenluft. Kein Wunder, wenn die Mama Almhütten-Wirtin war und der Papa gerne Höhenmeter am Untersberg gesammelt hat. Sie selbst bezeichnet sich als wilde Allround-Sportlerin und probiert gerne alles mögliche aus: vom Klettern über Hochtouren bis hin zum E-Bike fahren und Spartan Race.

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